Los Angeles (dpa) - Die belgische Fußball-Nationalmannschaft steht vor dem wichtigen WM-Viertelfinale gegen Spanien ohne Verteidiger Zeno Debast da. Der 22-jährige Spieler, der für Sporting Lissabon spielt, wurde von seinem Verein aufgrund gesundheitlicher Bedenken nicht für das Spiel freigegeben.
In einer offiziellen Mitteilung des belgischen Fußballverbands (RBFA) wird darauf hingewiesen, dass die medizinische Einschätzung von Sporting Lissabon nicht mit der des belgischen medizinischen Stabs übereinstimmt. Der Verband ist sich sicher, dass Debast spielfähig ist und bedauert die Entscheidung des portugiesischen Clubs.
Die Situation hat nicht nur Auswirkungen auf die Mannschaftsaufstellung, sondern auch auf die Stimmung innerhalb der „Red Devils“. Trainer Domenico Tedesco äußerte sich besorgt über die Verwirrung, die durch die unterschiedlichen Einschätzungen entstanden ist. „Wir hatten große Hoffnungen, Zeno im Spiel gegen Spanien einsetzen zu können“, sagte Tedesco in einem Interview.
Der Konflikt zwischen dem Verein und der Nationalmannschaft ist nicht neu. Ähnliche Probleme gab es bereits in der Vergangenheit, als Vereine ihre Spieler aus medizinischen Gründen zurückhielten, während Nationaltrainer in der Regel auf die Fitness ihrer Spieler vertrauen. Diese Differenzen könnten langfristig die Zusammenarbeit zwischen den Clubs und den Nationalmannschaften belasten.
Debast, der in der laufenden Saison für Sporting Lissabon regelmäßig zum Einsatz kam, steht nun vor einer ungewissen Zukunft. Der Spieler selbst äußerte sich bislang nicht zu dem Vorfall, jedoch wird erwartet, dass er sich nach dem Turnier zu den Umständen äußern wird.
Währenddessen müssen sich die „Red Devils“ nun ohne Debast auf das entscheidende Viertelfinale vorbereiten, das am heutigen Abend um 21:00 Uhr (ZDF, MagentaTV) angepfiffen wird. Der Druck auf das Team ist enorm, da es gegen den starken Gegner aus Spanien bestehen muss.