Nach der extremen Hitzewelle Ende Juni sind Hunderttausende Jungvögel in Sachsen in eine verzweifelte Lage geraten. Die Temperaturen stiegen auf Rekordwerte, was viele der kleinen Wildvögel dazu brachte, an den Rand ihrer Nester zu klettern, um etwas Abkühlung zu finden. Tragischerweise stürzten viele von ihnen dabei ab und fanden sich hilflos am Boden wieder.
Corinna Heinrich, Leiterin der Vogel- und Igelpflegestation in Bad Elster, berichtet von einem Anstieg der Notfälle: "Das Telefon steht seit Tagen nicht still. Wir kämpfen täglich gegen die Überlastung, da immer neue geschwächte Tiere zu uns gebracht werden." Besonders betroffen sind Mauersegler und andere Jungvögel, die aufgrund der extremen Bedingungen stark geschwächt sind.
Die Tiere benötigen eine intensive Pflege und müssen tagsüber alle paar Stunden gefüttert werden. Die Pfleger sind mit ihren Kräften am Ende, da die Kapazitäten der Station bereits in den letzten Jahren häufig überschritten wurden. "Wir sind aktuell voll belegt und müssen überlegen, wie viele weitere Tiere wir aufnehmen können", erklärt Heinrich.
Die Situation ist nicht nur in Bad Elster prekär. Bundesweit haben viele Wildtierpflegestationen ähnliche Probleme, da die Zahl der hilfsbedürftigen Tiere sprunghaft angestiegen ist. "Wir stehen oft kurz vor einem Aufnahmestopp. Es ist ein massives Problem, das die gesamte Branche betrifft", fügt Heinrich hinzu.
Die ehrenamtlichen Helfer leisten in dieser kritischen Zeit einen beeindruckenden Einsatz. Dennoch ist die Sorge groß, dass nicht alle Tiere gerettet werden können, wenn die Temperaturen weiterhin hoch bleiben. "Wir appellieren an die Bevölkerung, uns bei der Pflege und Versorgung der Tiere zu unterstützen", so Heinrich weiter.
Die Hitzewelle hat nicht nur die Wildvögel betroffen, sondern auch andere Tierarten. Es ist eine Herausforderung, die durch die Erderwärmung und die steigenden Temperaturen in den kommenden Jahren noch verschärft werden könnte. Die Situation zeigt eindrücklich, wie klimatische Veränderungen das Leben der Tiere in unserer Umgebung beeinflussen.