Ankara (dpa) - Beim NATO-Gipfel, der in der türkischen Hauptstadt stattfand, zeigt sich US-Präsident Donald Trump von seiner konfrontativen Seite. Während er auf die Bühne trat, um die NATO-Verbündeten zu beraten, sorgten seine Äußerungen für Verwirrung und Unmut unter den europäischen Staatschefs.

Trump sprach sich vehement gegen Länder aus, die seiner Meinung nach nicht genug zur gemeinsamen Sicherheit beitragen. Besonders Deutschland und Spanien wurden als Beispiele genannt. "Wir können nicht mehr länger die Last für die Verteidigung tragen, während andere sich zurücklehnen", erklärte Trump. Er kündigte an, die Handelsbeziehungen mit Spanien zu überprüfen, da er der Auffassung ist, dass das Land die USA im Iran-Konflikt nicht ausreichend unterstützt hat.

Die Situation eskalierte weiter, als Trump während eines Treffens mit NATO-Generälen erneut auf die Thematik Grönland zurückkam. "Grönland ist ein strategischer Standort, und ich frage mich, warum wir nicht stärker darauf achten", sagte er. Diese Bemerkung sorgte unter den europäischen Partnern für Erstaunen, da sie die Prioritäten des US-Präsidenten in Frage stellen.

Die europäische Seite hatte gehofft, beim Gipfel ein geschlossenes Auftreten an den Tag zu legen, doch Trumps aggressive Rhetorik dämpfte diese Erwartungen. "Wir müssen uns nicht nur auf die USA verlassen", sagte ein hochrangiger europäischer Diplomat, der anonym bleiben wollte. "Es ist an der Zeit, dass die europäischen Staaten Verantwortung übernehmen."

Die Meinungsverschiedenheiten über die Verteidigungsausgaben und strategischen Prioritäten könnten sich als hinderlich für die NATO erweisen. Angesichts der geopolitischen Herausforderungen, insbesondere in Bezug auf Russland und China, ist eine einheitliche Front der Allianz entscheidend.