Am Donnerstagmorgen übergab Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier das letzte in Deutschland geförderte Stück Steinkohle an das Haus der Geschichte in Bonn. Die Übergabe fand um 10.45 Uhr statt und wurde als symbolischer Akt gewürdigt, der das Ende einer bedeutenden Epoche in der deutschen Industriegeschichte markiert.

Der sieben Kilogramm schwere Kohlebrocken wurde von Bergleuten der Zeche Prosper-Haniel in Bottrop überreicht. Diese Zeche war bis zu ihrer Schließung im Jahr 2018 die letzte aktive Steinkohlegrube in Deutschland. Steinmeier betonte, dass mit der Förderung der letzten Steinkohle ein Kapitel zu Ende gegangen sei, das seit dem 19. Jahrhundert die Grundlage für Deutschlands wirtschaftlichen Aufstieg gelegt hatte.

„Die Kohle hat unser Land geprägt, sie war der Motor unserer Industrie und hat Generationen von Menschen beschäftigt“, sagte Steinmeier während der Zeremonie. Er hob die herausragende Rolle der Bergleute und ihrer Familien hervor, die über Jahrzehnte hinweg für die Kohleindustrie gearbeitet haben. Ihre Geschichte und ihr Beitrag zur deutschen Wirtschaft dürften nicht in Vergessenheit geraten.

Der Kohlebrocken wird künftig Teil der Sammlung des Hauses der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland sein und somit als Erinnerung an die Zeit der Steinkohleförderung dienen. Die Stiftung ist dafür bekannt, Exponate zu sammeln, die die deutsche Geschichte und deren Wandel dokumentieren. Dieser Kohlebrocken wird als bedeutendes Relikt dieses Wandels betrachtet.

Mit der Schließung der letzten Steinkohlezeche endete nicht nur eine Produktionsära, sondern auch die damit verbundenen gesellschaftlichen Veränderungen in den betroffenen Regionen. Steinmeier rief dazu auf, den Strukturwandel in diesen Regionen aktiv zu gestalten und die Menschen bei der Transformation zu unterstützen.

Die Übergabe des Kohlebrockens steht symbolisch für den Wandel hin zu erneuerbaren Energien und einer nachhaltigeren Wirtschaft. Steinmeier erklärte, dass Deutschland auf dem Weg sei, seinen Energiebedarf umweltfreundlicher zu gestalten, dabei jedoch die sozialen und wirtschaftlichen Belange der Menschen nicht aus den Augen verlieren dürfe.