BERLIN (dpa-AFX) - Verbraucherinnen und Verbraucher in Deutschland dürfen sich freuen: Ein neues Gesetz, das die Reparatur von Geräten zur Pflicht macht, wurde nun auch vom Bundesrat genehmigt. Dies bedeutet, dass Hersteller in Zukunft verpflichtet sind, bestimmte Produkte wie Waschmaschinen, Mobiltelefone, Tablets und E-Bikes reparierbar zu gestalten.

Der Bundestag hatte bereits Ende Juni 2023 den Weg für das Gesetz geebnet. Ziel ist es, die Lebensdauer von Produkten zu verlängern und die Menge an Elektroschrott zu reduzieren. Laut Schätzungen des Umweltbundesamtes fallen in Deutschland jährlich rund 1,7 Millionen Tonnen Elektroschrott an, ein Großteil davon könnte durch Reparaturen vermieden werden.

„Wir müssen den Menschen die Möglichkeit geben, defekte Geräte reparieren zu lassen, anstatt sie einfach wegzuwerfen“, erklärte der Bundesumweltminister. „Das neue Gesetz ist ein wichtiger Schritt in Richtung einer nachhaltigeren Zukunft und fördert zudem lokale Werkstätten und den Handwerkssektor.“

Die Vorgaben umfassen auch Transparenzpflichten: Hersteller müssen künftig klar angeben, welche Ersatzteile für ihre Produkte erhältlich sind und wie lange diese voraussichtlich verfügbar bleiben. Dies soll es den Verbraucherinnen und Verbrauchern erleichtern, ihre Geräte langfristig instand zu halten.

Für viele Hersteller stellt das Gesetz eine Herausforderung dar. Während einige Unternehmen bereits über ein funktionierendes Reparaturkonzept verfügen, müssen andere ihre Produktions- und Vertriebsmodelle überdenken. Die neue Regelung könnte jedoch auch neue Geschäftsmöglichkeiten im Bereich der nachhaltigen Produktentwicklung schaffen.

Die Reaktionen auf das Gesetz sind gemischt. Während Umweltverbände den Schritt als positiv bewerten, äußern sich einige Wirtschaftsexperten skeptisch über die finanziellen Auswirkungen auf die Industrie. Dennoch zeigt sich eine wachsende Unterstützung unter den Verbrauchern für nachhaltige Praktiken und Reparaturen.

Das neue Gesetz wird voraussichtlich in den kommenden Monaten in Kraft treten und könnte einen signifikanten Einfluss auf die Art und Weise haben, wie Verbraucher mit ihren technischen Geräten umgehen. Der Fokus auf Reparatur anstelle von Wegwerfen könnte langfristig nicht nur die Umwelt, sondern auch die Wirtschaft nachhaltig stärken.