Wuppertal (dpa) - Am heutigen Morgen um 9 Uhr beginnt vor dem Landgericht Wuppertal ein richtungsweisender Prozess, der sich um den Fund eines umfangreichen illegalen Waffenlagers in Remscheid dreht. Die Staatsanwaltschaft hat drei Männer angeklagt, darunter einen 60-Jährigen sowie zwei jüngere Komplizen im Alter von 38 und 35 Jahren.
Der Hauptangeklagte wird beschuldigt, in seinem Besitz eine Vielzahl von Kriegswaffen, Schusswaffen und Munition gelagert zu haben, die zum Verkauf bestimmt waren. Bei umfangreichen Durchsuchungen der Räumlichkeiten wurden insgesamt rund 300 scharfe Schusswaffen sichergestellt. Darunter befinden sich 125 Maschinengewehre, 67 Maschinenpistolen, 51 Pistolen und 32 Langwaffen.
Die Ermittlungen wurden im Rahmen eines umfassenden Polizeieinsatzes eingeleitet, der durch Hinweise aus der Bevölkerung ausgelöst wurde. Durchsuchungen des Anwesens des 60-Jährigen führten zu einer der größten Sicherstellungen von illegalen Waffen in Nordrhein-Westfalen in den letzten Jahren.
Die Anklage sieht bei den Männern nicht nur Verstöße gegen das Kriegswaffenkontrollgesetz vor, sondern auch mögliche Rauschgift- und Waffendelikte. Die Staatsanwaltschaft hat bereits angekündigt, umfassende Beweise und Zeugen vorlegen zu wollen, die die Tatbestände untermauern.
Die Verteidigung der Angeklagten hingegen bestreitet die Vorwürfe und kündigte an, sich gegen die erhobenen Anklagen zur Wehr zu setzen. Im laufenden Verfahren wird auch erwartet, dass die Verteidiger versuchen werden, die Herkunft der Waffen zu hinterfragen und auf mögliche Verfahrensfehler hinzuweisen.
Die Öffentlichkeit zeigt großes Interesse an dem Prozess, da er nicht nur die Gefahren illegaler Waffenlager thematisiert, sondern auch die Herausforderung für die Sicherheitsbehörden, solche Strukturen aufzudecken. Experten warnen, dass solche Lager eine ernsthafte Bedrohung für die öffentliche Sicherheit darstellen können.