Deggingen (dpa/lsw) – Mehr als 41 Jahre nach dem gewaltsamen Tod einer Frau hat die Staatsanwaltschaft Anklage wegen Mordes gegen einen heute 70 Jahre alten Mann erhoben. Der Beschuldigte soll im Jahr 1985 die damals 31-jährige Frau vergewaltigt und anschließend brutal ermordet haben, wie die Behörde am Dienstag mitteilte.

Den Ermittlungen zufolge nahm der Mann die Frau an einem Ort in Deggingen in seinem Auto mit, um sie zu einem einsamen Waldweg zu fahren. Dort kam es zu dem Verbrechen, welches die Region seit Jahrzehnten erschüttert. Während der Tat soll der Beschuldigte sein Opfer mehrfach gewürgt haben, was auf eine extreme Brutalität hindeutet.

Nachdem die Frau vergewaltigt worden war, attackierte der Angeklagte sie mit einem Stein und schlug ihr mehrmals auf den Kopf. Diese grausamen Details wurden in den Ermittlungen und der nunmehr vorliegenden Anklageschrift dokumentiert. Die Staatsanwaltschaft bezeichnete die Taten als besonders schwerwiegend.

Die Aufklärung des Falls wurde durch neueste forensische Techniken, einschließlich DNA-Analysen, ermöglicht. Diese wissenschaftlichen Fortschritte führten dazu, dass die Ermittler den Verdacht gegen den Mann erhärten konnten, der trotz der langen Zeitspanne immer noch als Täter galt.

Die Anklage ist ein weiterer Beweis dafür, dass auch nach vielen Jahren Gerechtigkeit erreicht werden kann. Die Angehörigen der Opfer zeigen sich erleichtert über die Fortschritte in diesem alten Fall und hoffen auf eine umfassende Klärung der Umstände und die Verurteilung des Täters.

Der Angeklagte selbst hat sich bisher nicht öffentlich zu den Vorwürfen geäußert. Der Prozess wird mit Spannung erwartet, da er nicht nur die Erinnerungen an die schreckliche Tat wieder aufleben lässt, sondern auch Fragen zur Rechtsprechung und zur Aufklärung von Cold Cases aufwirft.