Thüringens Wirtschaftsministerin Colette Boos-John (CDU) hat sich zur Rolle der Rüstungsindustrie im Freistaat geäußert und diese als eine Übergangsstrategie bezeichnet. In einem Interview mit der Deutschen Presse-Agentur betonte sie, dass die verstärkte Beteiligung von Thüringer Unternehmen an der Militärtechnik keine dauerhafte Lösung für die Herausforderungen in der Wirtschaft darstelle.

„Die Rüstungsindustrie ist für Thüringen eine Übergangsstrategie“, sagte Boos-John. Sie verwies auf die enormen Verteidigungsausgaben, die in diesem Jahr in Deutschland auf 100 Milliarden Euro steigen sollen. „Es ist sinnvoll, dass ein Teil dieser Mittel auch nach Thüringen fließt“, fügte sie hinzu.

Allerdings mahnt die Ministerin zur Vorsicht. „Wir dürfen uns nicht zu stark auf die Rüstungsindustrie stützen, vor allem nicht im Rahmen unseres Transformationsprozesses“, erklärte Boos-John weiter. Die Herausforderungen, vor denen die Thüringer Wirtschaft steht, erforderten vielfältige Ansätze und nicht ausschließlich militärtechnische Lösungen.

Boos-John betonte die Notwendigkeit, auch in anderen Bereichen innovative Strategien zu entwickeln, um die wirtschaftliche Stabilität im Freistaat langfristig zu sichern. „Wir müssen alle Möglichkeiten ausschöpfen, um die Industrie in Thüringen zukunftssicher zu machen“, so die Ministerin.

Die Rüstungsindustrie kann zwar kurzfristig Arbeitsplätze schaffen, doch die Ministerin sieht darin kein nachhaltiges Konzept. „Wir sollten uns nicht nur auf diesen einen Sektor verlassen, sondern auch in andere Branchen investieren, die ein größeres Wachstumspotenzial besitzen“, erklärte sie abschließend.