Mexiko-Stadt (dpa) - Nach dem tragischen Tod mehrerer mexikanischer Migranten, die bei Einsätzen der US-Migrationsbehörde ICE ums Leben kamen, hat die mexikanische Regierung rechtliche Schritte gegen die Verantwortlichen in den Vereinigten Staaten angekündigt. Außenminister Roberto Velasco informierte die Öffentlichkeit über die besorgniserregenden Vorfälle und betonte die Notwendigkeit, entschlossen zu handeln.
Insgesamt sind bis jetzt drei mexikanische Migranten während Abschieberazzien und weitere 14 Personen in Migrations-Haftzentren verstorben. Velasco erklärte, dass diese Situation nicht länger als bloßes diplomatisches Anliegen behandelt werden könne. Auf Anweisung von Präsidentin Claudia Sheinbaum wird Mexiko nun auch juristische Maßnahmen ergreifen.
„Dies ist eine schmerzhafte Tragödie, die wir nicht ignorieren können“, sagte Velasco. Er fügte hinzu, dass die mexikanische Regierung alle notwendigen Schritte unternehmen werde, um Gerechtigkeit für die betroffenen Familien zu erreichen. Der Außenminister betonte, dass die Klagen sowohl gegen die Staatsanwaltschaften der betroffenen Bundesstaaten als auch gegenüber dem US-Justizministerium gerichtet sein werden.
Die Vorfälle haben in Mexiko für Empörung gesorgt und die Regierung unter Druck gesetzt, effektiver gegen solche Missstände vorzugehen. Menschenrechtsorganisationen hatten bereits zuvor auf die Gefahren und Misshandlungen hingewiesen, die Migranten in den USA erleben müssen. Die mexikanische Regierung sieht sich nun in der Verantwortung, die Rechte ihrer Bürger zu verteidigen.
Die rechtlichen Schritte sollen auch ein Signal an die US-Regierung senden, dass der Umgang mit Migranten nicht nur eine Frage der nationalen Sicherheit, sondern auch eine humanitäre Herausforderung ist. Experten warnen, dass solche Maßnahmen möglicherweise zu einer Verschärfung der ohnehin angespannten Beziehungen zwischen den beiden Ländern führen könnten.
Die Ankündigung der Klagen kommt zu einem Zeitpunkt, an dem die Migrationspolitik in den USA und Mexiko intensiver denn je diskutiert wird. Während sich viele Migranten auf den Weg in die Vereinigten Staaten machen, um ein besseres Leben zu suchen, bleibt die Frage der Sicherheit und der Menschenrechte im Vordergrund der politischen Debatte.