Der sächsische Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) hat in einem Interview mit dem Deutschlandfunk die Verantwortung von Volkswagen für das Werk in Zwickau klar betont. Angesichts der drohenden Schließung des Standortes fordert er vom Konzern, dass die Beschäftigten auf getroffene Zusagen vertrauen können.

Kretschmer wies darauf hin, dass die Produktion in Zwickau als zentraler Standort für Elektromobilität bezeichnet wurde und den Mitarbeitern damals Versprechen gemacht wurden, die nun in Frage gestellt werden. "Es ist nicht nachvollziehbar, dass man die Plattformen und Produkte nach und nach in andere Werke abzieht, während die Mitarbeiter hier Kostenziele erreichen sollen", sagte er.

Der Ministerpräsident kritisierte die aktuelle Situation scharf und stellte fest, dass die Beschäftigten nach Erfüllung der Kostenziele mit der Debatte über mögliche Schließungen konfrontiert werden. "So kann man mit den Menschen, die Tag für Tag für das Unternehmen arbeiten, nicht umgehen", erklärte Kretschmer.

Die Sorgen um die Zukunft des Zwickauer Werkes sind nicht neu, jedoch hat die Diskussion in den letzten Wochen an Intensität gewonnen. Die Unsicherheit über die künftige Produktionsauslastung und die strategischen Entscheidungen des Volkswagen-Konzerns treiben die Mitarbeiter und ihre Familien um.

Kretschmer fordert daher eine klare und transparente Kommunikation von Seiten VW, um das Vertrauen der Belegschaft zu stärken. Er appellierte an die Unternehmensführung, die Bedeutung des Standortes Zwickau für die Elektrifizierung der Fahrzeugproduktion anzuerkennen und die Arbeitsplätze der Mitarbeiter zu sichern.

Die Situation hat auch politische Implikationen, da die Landesregierung und die Gewerkschaften an einer Lösung interessiert sind, die die Zukunft des Werkes und der dort beschäftigten Menschen sichert. Kretschmer betont, dass das Werk eine Schlüsselrolle in der Transformation der Automobilindustrie spielt und dass die Arbeitnehmer nicht im Stich gelassen werden dürfen.