Köln (dpa) – Die ehemalige Dombaumeisterin Barbara Schock-Werner hat scharfe Kritik an den neuen Öffnungszeiten des Kölner Doms geübt, die vor kurzem mit der Einführung einer Besichtigungsgebühr von 12 Euro einhergingen. In einem Interview mit dem «Kölner Stadt-Anzeiger» erklärte Schock-Werner, dass die verkürzten Öffnungszeiten den Eindruck erweckten, der Dom wirke zunehmend abweisend.
„Bisher signalisierte das Hauptportal des Doms von frühmorgens um sechs bis abends um halb acht allen Menschen: Ihr seid willkommen“, sagte die heutige Präsidentin des Zentral-Dombau-Vereins. Die neuen Besuchszeiten, die nur von 10.00 bis 18.00 Uhr gelten, würden dieses einladende Gefühl stark einschränken.
Die Einführung der Eintrittsgebühr, die seit der vergangenen Woche gilt, hat nicht nur die Zugänglichkeit des Doms verändert, sondern auch dessen Wahrnehmung in der Öffentlichkeit. „Damit erinnert der Dom noch mehr an ein Museum“, so Schock-Werner weiter. Diese Entwicklung könnte insbesondere für Touristen und Gläubige, die den Dom als Ort der Besinnung und Spiritualität besuchen, problematisch sein.
Eine Umfrage unter Dom-Besuchern könnte Aufschluss darüber geben, wie die neue Regelung tatsächlich wahrgenommen wird. Viele Menschen schätzen die historische und kulturelle Bedeutung des Doms und befürchten, dass die Kommerzialisierung negative Auswirkungen auf die Besucherzahlen haben könnte.
Schock-Werner, die selbst viele Jahre als Dombaumeisterin tätig war, plädiert dafür, den Kölner Dom weiterhin als offenen und einladenden Ort zu präsentieren. Ein Dialog über die Öffnungszeiten und die Eintrittspolitik sei unerlässlich, um die Balance zwischen Erhaltung, Finanzierung und Zugänglichkeit zu finden.
Die Verantwortlichen des Doms haben bislang keine Stellungnahme zu den Äußerungen Schock-Werner abgegeben. Die Diskussion über die neue Gebührenregelung und ihre Auswirkungen auf das Besuchererlebnis wird jedoch voraussichtlich auch in den kommenden Wochen weitergehen.