Seattle (dpa) - Jürgen Klopp, der derzeit als möglicher Nachfolger von Hansi Flick für die Position des Bundestrainers gehandelt wird, hat seine Wut über die vermeintlichen politischen Einflüsse auf den Fußball zum Ausdruck gebracht. Insbesondere die Einflussnahme von US-Präsident Donald Trump vor dem WM-Achtelfinale zwischen den USA und Belgien lässt Klopp aufhorchen. „Das ist unser Spiel, nicht deren Spiel“, erklärte Klopp deutlich in einem Kommentar für MagentaTV.

Die Kontroversen entzündeten sich an der Entscheidung der FIFA, die Rot-Sperre des US-Stürmers Folarin Balogun aufzuheben. Balogun hatte im Sechzehntelfinale gegen Bosnien-Herzegowina die Rote Karte erhalten, als er unabsichtlich auf dem Knöchel seines Gegenspielers Tarik Muharemovic gelandet war. Klopp äußerte sich besorgt über die möglichen politischen Hintergründe dieser Entscheidung und wies darauf hin, dass solche Eingriffe den Sport und seine Integrität gefährden.

„Der Fußball sollte frei von politischem Druck sein“, fügte Klopp hinzu und kritisierte die Einmischung von Politikern wie Trump, die versuchen, den Sport zu ihrem Vorteil zu nutzen. Seiner Meinung nach sei es entscheidend, dass der Fußball die Neutralität wahrt und sich nicht von externen Faktoren beeinflussen lässt.

Die FIFA steht in der Kritik, nicht nur wegen der Entscheidung in Bezug auf Balogun, sondern auch wegen ihrer allgemeinen Handhabung von Disziplinarmaßnahmen. Klopp hob hervor, dass solche Entscheidungen nicht nur die Spieler betreffen, sondern auch das Vertrauen der Fans in die Fairness des Wettbewerbs untergraben können.

Klopp ist bekannt für seine klare Haltung, wenn es um die Integrität des Spiels geht. Er fordert eine Rückbesinnung auf die Werte, die den Fußball groß gemacht haben: Fairness, Respekt und Sportlichkeit. „Wir müssen darauf achten, dass der Fußball das bleibt, was er ist – ein Spiel für alle“, schloss Klopp seinen leidenschaftlichen Appell.

Die Kritik von Klopp kommt zu einem Zeitpunkt, an dem die Welt des Fußballs bereits von Skandalen und politischen Kontroversen geprägt ist. Seine Worte könnten nicht nur als Warnung an die FIFA, sondern auch als Aufruf an die Verantwortlichen in der Politik verstanden werden, den Fußball in Ruhe zu lassen.