In Schleswig-Holstein haben die Tarifverhandlungen für die rund 80.000 Beschäftigten im Gastgewerbe begonnen. Der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) und die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) setzen sich am Freitag in Neumünster zusammen, um die Gehälter und Ausbildungsvergütungen zu erörtern.

Die NGG hat bereits klare Forderungen formuliert. So wird ein Lohnplus von 5,95 Prozent gefordert, um die gestiegenen Lebenshaltungskosten und die Inflation auszugleichen. Darüber hinaus soll die Ausbildungsvergütung um 120 Euro pro Monat angehoben werden, um den Berufsnachwuchs zu fördern und das Gastgewerbe als Ausbildungsberuf attraktiver zu gestalten.

„Die Mitarbeiter im Gastgewerbe haben in den letzten Jahren viel durchlebt, insbesondere während der Pandemie. Es ist an der Zeit, dass ihre Leistungen angemessen honoriert werden“, erklärte ein Sprecher der NGG. Die Gewerkschaft strebt zudem eine Laufzeit des neuen Tarifvertrags von zwölf Monaten an, was als fairer Kompromiss angesehen wird.

Der bereits gekündigte Entgelttarifvertrag, der zuvor allgemeinverbindlich war, gilt als Grundlage für die aktuellen Verhandlungen. Dies bedeutet, dass die neuen Regelungen für alle Betriebe im Gastgewerbe in Schleswig-Holstein Anwendung finden sollen, sobald sie beschlossen werden.

Die Verhandlungen werden nicht nur von den Gewerkschaften, sondern auch von den Arbeitgebervertretern mit Spannung verfolgt. Der Dehoga hat betont, dass die wirtschaftliche Situation vieler Betriebe nach wie vor angespannt ist, insbesondere in ländlichen Gebieten. Ein Kompromiss muss gefunden werden, um sowohl die Interessen der Beschäftigten als auch die der Arbeitgeber zu berücksichtigen.

Die kommenden Verhandlungstage werden entscheidend dafür sein, ob eine Einigung erzielt werden kann und inwiefern die Forderungen der NGG umgesetzt werden. Beobachter erwarten, dass die Gespräche sowohl hitzig als auch konstruktiv verlaufen könnten, da beide Seiten auf eine rasche Klärung angewiesen sind.