Düsseldorf (dpa/tmn) - Der Sommer lockt viele Menschen in die Freibäder, um sich im kühlen Wasser zu erfrischen. Doch nicht jeder Besuch endet ohne Nachwirkungen. Viele Schwimmer klagen über rote und gereizte Augen, ein Problem, das häufig auf das Chlor im Wasser zurückgeführt wird. Doch sind nicht nur chemische Substanzen dafür verantwortlich, wie Augenarzt Prof. Gerd Geerling erklärt.

„Das Chlor im Wasser kann durchaus zu Reizungen führen, aber auch andere Faktoren spielen eine Rolle“, sagt Geerling, Direktor der Universitäts-Augenklinik Düsseldorf und Pressesprecher der Stiftung Auge. „Die Kombination aus Wasser, Sonnenlicht und möglicherweise auch Bakterien kann die Augen zusätzlich belasten.“ Dies führt nicht nur zu einem unangenehmen Gefühl, sondern kann auch langfristige Schäden verursachen, wenn man nicht rechtzeitig handelt.

Eine der häufigsten Beschwerden ist das, was im Schwimmsport als „Schwimmerauge“ bekannt ist. Die Symptome umfassen Rötungen, ein brennendes Gefühl und das Gefühl von Sand in den Augen. „Diese Beschwerden sind oft harmlos, können aber sehr unangenehm sein“, so Geerling weiter. Um die Symptome zu lindern, empfiehlt er zunächst, die Augen gründlich auszuspülen, um Chlor und andere Reizstoffe zu entfernen.

Zusätzlich rät der Augenarzt dazu, spezielle Augentropfen zu verwenden, die die Augen befeuchten und beruhigen. „Künstliche Tränen können helfen, die Schleimhäute zu regenerieren und die Beschwerden zu lindern“, erklärt Geerling. Auch das Tragen von Schwimmbrillen kann vorbeugend wirken, da sie die Augen vor direktem Kontakt mit dem Wasser schützen.

Für Menschen, die anfällig für Augenreizungen sind, könnte es sinnvoll sein, die Freibadbesuche zu reduzieren oder auf chlorfreies Wasser umzusteigen. „Es gibt mittlerweile viele Schwimmbäder, die mit alternativem Wasseraufbereitungssystemen arbeiten, die weniger aggressiv für die Augen sind“, so der Augenarzt. Dennoch sollte man auch bei diesen Alternativen auf die eigene Hygiene achten, um Infektionen zu vermeiden.

Insgesamt ist es wichtig, die Augenpflege ernst zu nehmen, insbesondere während der Badesaison. „Die Gesundheit der Augen ist entscheidend für die Lebensqualität“, schließt Geerling. Daher sollten Schwimmer stets darauf achten, ihre Augen zu schützen und bei anhaltenden Beschwerden einen Augenarzt aufzusuchen.