In der Welt der Chirurgie ist der Frauenanteil nach wie vor gering. Nur wenige Frauen wagen den Schritt in diese anspruchsvolle Disziplin, in der das Messer oft in männlicher Hand liegt. Eine, die sich jedoch entschieden hat, ist Florentine Hüttl, eine 38-jährige Fachärztin für Viszeralchirurgie. Für sie sind Operationen nicht nur ein Beruf, sondern eine wahre Passion.

Hüttl beschreibt die OP-Säle als ihre „Wohlfühlorte“ und empfindet das, was für viele eine stressige Herausforderung ist, als etwas „Wunderschönes“. Ihre Begeisterung für die Chirurgie kam spät. Ursprünglich strebte sie eine Karriere als Kinderärztin oder Psychiaterin an. Erst während ihres Praktischen Jahres, einer entscheidenden Phase im Medizinstudium, verliebte sie sich spontan in das Fach.

„Ich fand die Kombination aus Präzision und der Möglichkeit, Menschen zu helfen, faszinierend“, erklärt Hüttl. Ihre Entscheidung, Chirurgin zu werden, war nicht ohne Herausforderungen, insbesondere in einem Umfeld, das oft von männlichen Kollegen dominiert wird. Doch Hüttl lässt sich nicht entmutigen: „Es ist wichtig, dass mehr Frauen in der Chirurgie vertreten sind. Wir bringen eine andere Perspektive und Sensibilität mit.“

Statistiken zeigen, dass der Frauenanteil in der Chirurgie im Vergleich zu anderen medizinischen Fachgebieten stark unterrepräsentiert ist. Derzeit sind nur etwa 15 Prozent der Chirurgen Frauen, was die Notwendigkeit unterstreicht, die Gleichstellung in diesem Bereich voranzutreiben. Hüttl hofft, dass ihre Karriere andere Frauen ermutigen wird, den Schritt in die Chirurgie zu wagen und ihre eigenen Träume zu verfolgen.

Die Bedingungen für weibliche Chirurgen sind oft nicht einfach. Neben der Herausforderung, sich in einem männlich dominierten Umfeld zu behaupten, stehen sie häufig vor der Frage, Familie und Beruf in Einklang zu bringen. Hüttl hat jedoch Wege gefunden, beides zu vereinen, und setzt sich aktiv für eine bessere Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben für alle Medizinerinnen ein.

„Es ist wichtig, dass wir uns gegenseitig unterstützen und sichtbar machen“, sagt Hüttl. Sie beteiligt sich an Mentoring-Programmen und Workshops, um junge Frauen für den Beruf zu begeistern und ihnen wertvolle Tipps mit auf den Weg zu geben. Ihr Engagement zeigt, dass Frauen in der Chirurgie nicht nur eine Ausnahme sind, sondern dass sie aktiv zur Veränderung der Branche beitragen können.

Florentine Hüttl ist ein inspirierendes Beispiel für viele angehende Medizinerinnen. Mit ihrem Mut und ihrer Leidenschaft für die Chirurgie beweist sie, dass Frauen in diesem Bereich die gleichen Chancen und Erfolge wie ihre männlichen Kollegen erreichen können.