Die Familie von Can Leyla, einem der neun Opfer des rassistischen Anschlags im Olympia-Einkaufszentrum in München, hat vor den anhaltenden gesellschaftlichen Spannungen gewarnt, die sich in der Hetze gegen Minderheiten äußern. Zehn Jahre nach dem tragischen Vorfall am 22. Juli 2016 fühlen sich die Hinterbliebenen in Deutschland zunehmend unsicher.
Sibel Leyla, die Mutter des 14-jährigen Opfers, äußerte in einem emotionalen Interview: "Wir hören jeden Tag die Hetze von der AfD, von den Politikern, über Migranten, über Muslime, dass wir nicht zu diesem Stadtbild gehören, dass wir nicht hierhergehören." Diese wiederholte Rhetorik verstärke das Gefühl der Unsicherheit in der eigenen Heimat.
Die Familie, die nach dem Verlust ihres Sohnes in eine tiefe Trauer gestürzt wurde, lebt mit der ständigen Angst, dass ihrer Familie ähnliches widerfahren könnte. "Wie sollen wir uns hier in diesem Land oder in dieser Stadt wohlfühlen und sicher fühlen?" fragt Sibel Leyla und betont die psychische Belastung, die die alltägliche Diskriminierung mit sich bringt.
In der letzten Dekade hat sich die gesellschaftliche Stimmung gegenüber Migranten und Minderheiten, laut Leyla, nicht verbessert. Die alltägliche Hetze findet ihren Ausdruck in sozialen Medien und öffentlichen politischen Debatten, die oft wenig Rücksicht auf die Realität der Betroffenen nehmen. "Mit diesem Wissen leben wir weiter", sagt sie und beschreibt die ständige Belastung, unter der die Familie leidet.
Die Aussage von Sibel Leyla wirft ein wichtiges Licht auf die Herausforderungen, vor denen viele Familien von Opfern rassistischer Gewalt stehen. Trotz der vergangenen Jahre bleibt die Wunde frisch, und die Suche nach Gerechtigkeit und gesellschaftlicher Akzeptanz ist für viele eine ständige Herausforderung.
Der Fall von Can Leyla und die Stimmen seiner Familie müssen als Mahnung dienen, dass der Kampf gegen Rassismus und Diskriminierung in Deutschland noch lange nicht gewonnen ist. Es liegt an der Gesellschaft, sich aktiv für ein respektvolles Miteinander einzusetzen und die Stimmen der Betroffenen zu hören.