Düsseldorf/Bad Nenndorf (dpa/lnw) - Der Juni 2023 brachte in Nordrhein-Westfalen eine alarmierende Zunahme von Ertrinkungsfällen mit sich. Laut der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) sind in diesem Monat insgesamt 22 Badetote zu verzeichnen, was einem Anstieg von mehr als 80 Prozent im Vergleich zu den 12 tödlichen Unfällen im Juni 2022 entspricht.
Die extremen Temperaturen trugen maßgeblich dazu bei, dass immer mehr Menschen in Gewässern schwimmen wollten. In den heißen Tagen kam es häufig zu einem Anstieg von vermissten oder verunglückten Badenden, was die Rettungskräfte vor erhebliche Herausforderungen stellte. „Die Hitze treibt viele Menschen ins Wasser, oft ohne sich der Gefahren bewusst zu sein“, erklärte ein Sprecher der DLRG.
Besonders tragisch ist, dass Nordrhein-Westfalen in diesem Jahr die höchste Zahl an Badetoten im gesamten Bundesgebiet zu verzeichnen hat. Während andere Bundesländer ebenfalls mit den heißen Temperaturen zu kämpfen hatten, blieb die Anzahl der Vorfälle dort deutlich niedriger. Dies wirft Fragen zur Sicherheit an den Badestellen und der Aufklärung der Badegäste auf.
In vielen Fällen waren die Badenden, die ertranken, keine Schwimmer oder unterschätzten die Strömung und die Wassertemperatur. „Gerade in den Sommermonaten ist es wichtig, auf die eigenen Fähigkeiten zu achten und sich nicht zu überschätzen“, betonte der DLRG-Sprecher.
Die DLRG rät dazu, beim Baden in offenen Gewässern stets vorsichtig zu sein und sich über die örtlichen Bedingungen zu informieren. Ein weiterer Appell geht an die Eltern, ihre Kinder beim Baden besonders im Auge zu behalten, um tragische Unfälle zu vermeiden. Die Sicherheitslage an Badestellen muss dringend verbessert werden, um zukünftige Ertrinkungsfälle zu minimieren.