Berlin – In einer heutigen Sitzung hat das Bundeskabinett einen Entwurf zur Reform des Wohngeldes beschlossen, der erhebliche Einschnitte für viele Haushalte mit geringem Einkommen mit sich bringt. Der neue Plan sieht vor, die staatlichen Zuschüsse zu reduzieren, was vor allem Familien und alleinstehende Personen treffen könnte.

Bundesministerin für Wohnen, Klara Geywitz, betonte, dass die Reform notwendig sei, um die finanziellen Mittel des Staates effizienter einzusetzen. "Wir müssen sicherstellen, dass das Wohngeld zielgerichtet eingesetzt wird und die Menschen erreicht, die es wirklich benötigen", sagte Geywitz. Dennoch stößt der Entwurf auf breite Kritik in der Opposition und von Sozialverbänden.

Berechnungen zeigen, dass viele Haushalte in städtischen Gebieten von den Kürzungen betroffen sein könnten. Ein Beispiel ist eine Familie mit zwei Kindern, die in einer Großstadt lebt. Der Wegfall von Zuschüssen könnte dazu führen, dass sie mehr als 100 Euro im Monat weniger erhalten. Dies könnte die finanzielle Belastung in Zeiten steigender Mieten noch verstärken.

Die Deutsche Wohnenstiftung bezeichnete die geplanten Änderungen als "gefährlich und kontraproduktiv". Die Stiftung fordert die Regierung auf, stattdessen die Zuschüsse zu erhöhen, um den sozialen Wohnungsbau zu fördern und die Mieten bezahlbar zu halten. Auch zahlreiche Bürgerinitiativen haben sich zu Wort gemeldet und warnen vor einer zunehmenden Obdachlosigkeit.

Das Kabinett begründet die Einschnitte auch mit den gestiegenen Kosten in anderen Bereichen, die einen strengen Sparkurs erforderlich machen. Die Koalition sieht sich unter Druck, die Haushaltslage zu stabilisieren, was zu den umstrittenen politischen Entscheidungen führt.

In den kommenden Wochen wird der Entwurf im Bundestag diskutiert, wo mit intensiven Debatten zu rechnen ist. Die Opposition hat bereits angekündigt, die Reform zu stoppen, sollte sie in der derzeitigen Form verabschiedet werden. Experten befürchten, dass die Anpassungen zu einem tiefgreifenden sozialen Ungleichgewicht führen könnten.