Köln/Flensburg (dpa) - In einer bedeutenden strategischen Entscheidung hat der Kölner Motorenbauer Deutz angekündigt, den Rüstungskonzern FFG Flensburger Fahrzeugbau GmbH zu erwerben. Dies wäre der größte Zukauf in der über 160-jährigen Geschichte des Unternehmens. Die Übernahme erfolgt im Rahmen der Bemühungen von Deutz, sein Geschäftsfeld zu diversifizieren und in den Rüstungssektor einzutreten.

Der Kaufpreis wird mit rund 1,6 Milliarden Euro beziffert. Ein Teil des Kaufpreises soll durch die Ausgabe neuer Aktien von Deutz beglichen werden. Zudem wird die bisherige Eigentümerfamilie von FFG nach dem Abschluss der Transaktion 29,9 Prozent der Anteile an Deutz halten, was auf eine weiterhin enge Verbindung zwischen den beiden Unternehmen hinweist.

Die Übernahme muss jedoch noch von der Hauptversammlung des Unternehmens genehmigt werden. Darüber hinaus steht die Zustimmung der zuständigen Aufsichtsbehörden aus, was den Abschluss der Transaktion möglicherweise verzögern könnte. Deutz zeigt sich jedoch optimistisch, dass alle notwendigen Genehmigungen erteilt werden.

Der Rüstungskonzern FFG, ansässig in Schleswig-Holstein, ist bekannt für die Entwicklung und Produktion von Fahrzeugen und Systemen für militärische Anwendungen. Durch diesen Kauf könnte Deutz nicht nur seine Produktpalette erweitern, sondern auch von den wachsenden Märkten im Verteidigungssektor profitieren.

In einer Pressemitteilung erklärte der CEO von Deutz, dass dieser Schritt notwendig ist, um das Unternehmen zukunftssicher zu machen und neue Geschäftsmöglichkeiten zu erschließen. "Wir glauben, dass die Integration von FFG in unsere Unternehmensstruktur erhebliche Synergien schaffen wird," so der CEO weiter.

Analysten sehen den Kauf als einen kühnen Schritt, der Deutz in eine neue Dimension führen könnte, aber auch mit Risiken verbunden ist, insbesondere in Bezug auf die politischen Rahmenbedingungen im Rüstungssektor.