Bielefeld - Die v. Bodelschwinghschen Stiftungen Bethel haben eindringlich vor den negativen Folgen der geplanten finanziellen Einschnitte im Bereich der Eingliederungs- sowie der Kinder- und Jugendhilfe gewarnt. Pastor Bartold Haase, der Chef der Stiftung, äußerte sich besorgt über die Auswirkungen, die diese Sparmaßnahmen auf die Inklusion von Menschen mit Behinderungen haben könnten.

Besonders kritisch sieht Haase die Vorschläge, die derzeit in Verhandlungen zwischen Bund, Ländern und Kommunen zur Senkung von Sozialkosten erörtert werden. Ein zentraler Punkt dieser Gespräche ist die Streichung von Fahrtkosten, die bislang für den Transport zu Werkstätten gewährt werden. Stattdessen sollen die Betroffenen auf den öffentlichen Nahverkehr umsteigen.

„Ein Großteil der Menschen mit Behinderungen würde dadurch wahrscheinlich zu Hause bleiben, weil der öffentliche Nahverkehr in vielen Regionen nicht barrierefrei ist“, warnte Haase bei der Vorstellung der Bilanzzahlen für das Jahr 2025. Dies würde nicht nur die Mobilität der Betroffenen einschränken, sondern auch ihre Teilhabe am gesellschaftlichen Leben erheblich beeinträchtigen.

Die v. Bodelschwinghschen Stiftungen haben sich seit ihrer Gründung für die Inklusion und Unterstützung von Menschen mit Behinderungen eingesetzt. Die aktuellen Sparpläne stellen aus Sicht der Stiftung einen Rückschritt in der sozialen Teilhabe dar und gefährden die langjährig errungenen Fortschritte.

„Wir müssen dringend Lösungen finden, die eine inklusive Gesellschaft fördern und nicht behindern. Es ist wichtig, dass die Politik die Bedürfnisse von Menschen mit Behinderungen ernst nimmt und entsprechende Maßnahmen ergreift“, appellierte Haase an die Entscheidungsträger.

Die Diskussion um die Finanzierung im Sozialbereich hat in den letzten Monaten an Intensität zugenommen, vor dem Hintergrund steigender Kosten und begrenzter Budgets. Doch die v. Bodelschwinghschen Stiftungen sehen in den Einsparungen eine Gefahr für die soziale Gerechtigkeit.

Die Stiftungen fordern daher ein Umdenken in der Politik und betonen, dass Inklusion eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe ist, die nicht auf dem Rücken der Schwächsten ausgetragen werden darf.