Berlin/Bad Nenndorf (dpa/tmn) - In den letzten Wochen hat die Zahl der Badeunfälle dramatisch zugenommen. Besonders alarmierend ist, dass viele Personen beim Ertrinken nicht den typischen Hilferuf abgeben, den man erwarten würde. Andreas Paatz, Bundesleiter der DRK-Wasserwacht, erklärt: "Ertrinken läuft klassischerweise nicht so ab, wie wir es uns vorstellen. Oftmals fehlt den Betroffenen bereits die Kraft, um laut um Hilfe zu rufen oder wild mit den Armen zu fuchteln."
Ertrinkende Personen können in kürzester Zeit untergehen, ohne dass es jemand bemerkt. Das stille Verschwinden unter der Wasseroberfläche ist ein häufiges Szenario. Daher ist es entscheidend, aufmerksam zu sein und verdächtige Situationen schnell zu identifizieren. Paatz betont die Bedeutung von Prävention, insbesondere wenn Kinder im Wasser sind. "Eltern sollten immer einen Blick auf ihre Kinder haben und sich der Gefahren bewusst sein, die das Baden mit sich bringt."
Wenn man erkennt, dass jemand in Schwierigkeiten ist, gilt es, schnell zu handeln. Zunächst sollte die Alarmierung von Rettungskräften erfolgen. Eine Person sollte nicht selbst ins Wasser springen, wenn sie nicht sicher schwimmen kann, da dies die Situation oft verschlimmert. Stattdessen empfiehlt Paatz, einen sicheren Standpunkt zu finden und mit einem langen Gegenstand wie einem Stock oder einer Schwimmnudel zu helfen, um die Person an Land zu ziehen.
Die richtige Erste-Hilfe-Maßnahme, nachdem jemand aus dem Wasser gerettet wurde, ist ebenfalls von entscheidender Bedeutung. Es ist wichtig, die betroffene Person zu überprüfen und gegebenenfalls mit Wiederbelebungsmaßnahmen zu beginnen, falls sie nicht mehr atmet. "Hierbei ist es entscheidend, ruhig zu bleiben und strukturiert vorzugehen", so Paatz weiter.
Zusätzlich zu den sofortigen Maßnahmen sollte jeder, der regelmäßig Zeit in Gewässern verbringt, über lebensrettende Techniken wie Schwimmen und Erste Hilfe verfügen. Schwimmkurse und Erste-Hilfe-Ausbildungen sind eine wichtige Grundlage, um im Notfall schnell und effektiv reagieren zu können.
Die Sommermonate sind eine Hochsaison für Badeunfälle, und die Zahl der Ertrinkungen erinnert uns daran, wie wichtig es ist, aufeinander Acht zu geben und vorbereitet zu sein. Experten raten dazu, regelmäßig über die Gefahren des Badens aufzuklären und sich in Erster Hilfe fortzubilden, um im Ernstfall Leben zu retten.